Kreditwiderruf

Die Zweite

Mit der Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie zum 31.03.2016 hat der Gesetzgeber das Widerrufsrechts bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung für sog. Altverträge, also solche Darlehensverträge, die im Zeitraum 2002 bis 2010 geschlossen wurden, rückwirkend bis zum 21.06.2016 befristet. Wer seinen „alten“ Darlehensvertrag bis dahin nicht widerrufen hatte, hat die Chance auf eine zinsgünstige Umschuldung und auf Nutzungsersatz höchstwahrscheinlich endgültig verpasst.

Darlehensnehmern, die den Widerruf selbst erklärt haben, nun jedoch nicht wissen, wie sie sich richtig verhalten sollen, wenn das Kreditinstitut den Widerruf zurückgewiesen oder Vergleichsangebote unterbreitet hat, stehen wir nach wie vor mit Rat und Tat zu Seite.

Oft wird eine sofortige Umschuldung angeboten und „großzügig“ auf die Vorfälligkeitsentschädigung verzichtet oder es wird eine Fortsetzung des Kreditengagements zu herabgesetzten Zinsen vorgeschlagen, die jedoch nicht dem aktuellen Zinsniveau entsprechen. Dass dem Darlehensnehmer ein Anspruch auf Nutzungsersatz, meist in Höhe von mehreren Tausend Euro zusteht, bleibt meist völlig unberücksichtigt. Wir raten deshalb dringend, Angebote der Banken und Sparkassen kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wie hoch Sie pokern können, hängt letztlich von den Erfolgsaussichten einer Klage ab, was jedoch nur der Fachmann zuverlässig beurteilen kann.

Neuverträge: So schnell, wie von Seiten der Kreditwirtschaft erhofft, wird sich die Problematik der fehlerhaften Widerrufsbelehrungen nicht erledigen. Es zeichnet sich in der obergerichtlichen Rechtsprechung deutlich ab, dass auch die neueren ab 2010 verwendeten „Widerrufsinformationen“ -öfter als zunächst angenommen- nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Wenn sich die Rechtsprechung einiger Oberlandesgerichte, z.B. OLG Celle, OLG Nürnberg und OLG München durchsetzt, dann reichen auch hier kleinste Veränderungen der Belehrung aus, um die gesetzliche Schutzwirkung der (ungenauen und deshalb fehlerhaften) Musterbelehrung entfallen zu lassen. Der Widerruf ist dann auch in diesen Fällen unbefristet möglich.

Es lohnt sich also, auch neuere Verträge anwaltlich überprüfen zu lassen.

Bitte wenden Sie sich hierzu an:

kanzlei@hilliger-mueller.de

Für Rückfragen steht Ihnen auch Herr Rechtsanwalt Rysch unter 03641 63980 persönlich zur Verfügung. Dieser kann Ihnen bereits am Telefon eine erste Einschätzung mitteilen, sofern Sie vorab Ihren Darlehensvertrag übersenden.